1 7 8 9

Gundermann

Nicht zu verwechseln mit roter Taubnessel!

Wikipedia

Früher setzte man diese Wildkräuter bei schlecht heilenden Wunden ein, heute ist Gundermann bei Pflanzenfreunden ein wahrer Leckerbissen: Man findet die Pflanze auf feuchten, humusreichen Böden, zum Beispiel unter Hecken oder Bäumen, manchmal sogar im Rasen. Man erkennt Gundermann an seinen vierkantigen, langen Stängeln, den herz- bis nierenförmigen Blättern und den blau-violetten Blüten. Und man isst die Blätter als Gemüse, als Quiche-Belag oder in Suppen. Der herb würzige Geschmack kann daneben auch in pikanten oder süßen Getränken eingesetzt werden.

Anwendungen

Der Gundermann ist ein wundervolles Heilmittel, wenn es um langwierige Krankheiten geht. Er hilft bei schlecht heilenden eitrigen Wunden und auch eitriger Bronchitis, Harnwegserkrankungen oder Schnupfen. Überall da, wo Eiter und Schleim fließt, ist Gundermann angesagt.

Doch nicht nur heilen kann der Gundermann, er ist ebenso ein leckeres Würzkraut, welches vielfältig in der Küche verwendet werden kann.

Bei allen Anwendungen werden die Blätter, Triebe und wenn vorhanden die Blüten genutzt.

In der Ernährung

Der Gundermann gehört, wie viele unserer Küchenkräuter (Pfefferminze, Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut und andere), zu den Lippenblütlern. Er riecht und schmeckt aromatisch und wird auch “Wilde Petersilie” genannt. So vielfältig wie wir Petersilie verwenden, kann auch der Gundermann verwendet werden.

Mit dem Gundermann lassen sich viele leckere Gerichte zaubern, da sein Aroma auch zu Süßen Speisen passt:

Eiscreme, Schokoblättchen, Giersch-Gundermann-Limonade sind einige leckere Verführungen, die du mit den Blättern des Gundermann zubereiten kannst.

Die Blüten sind eine feine Dekoration auf Smoothies oder Nachspeisen.

Ein Rezept für die Gründonnerstagssuppe mit Gundermann findest du hier.

Hier findest du ein Rezept für Wildkräuterfrischkäse gegen Frühjahrsmüdigkeit, für welches du auch den Gundermann verwenden kannst. Eine schmackhafte Alternative für Veganer sind diese Rezepte für Wildkräuter-Brotaufstriche.

Heilende Anwendungen

Für die innere Verwendung wird ein Tee gekocht, eine Tinktur bereitet, Saft gepresst oder das Kraut in Milch gekocht.

Gundermann enthält viele ätherische Öle, daher wurde früher das Kraut in Milch gekocht. Dabei werden die Öle durch den Fettgehalt der Milch gebunden und verfliegen nicht so leicht. Für die Zubereitung in Milch eignet sich vor allem fette Milch. Zwei Esslöffel des frischen Krautes mit 500 ml Milch aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und warm trinken. Die mit den fettlöslichen Heilstoffen zubereitete Milch eignet sich auch als Kräftigungsmittel.

Tee

Für den Tee werden zwei Esslöffel des Krautes mit 500 ml kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten zugedeckt ziehen gelassen. Bei Erkältungserscheinungen, Blasen- und Nierenproblemen und Verschleimung der Lunge zwei Tassen am Tag trinken. Außerdem ist der Tee appetitanregend und kann Schmerzen lindern.

Der Tee kann auch zu Waschungen oder Auflagen für Wunden genutzt werden. Als Mundspülung hilft er bei Zahnschmerzen und eitrigen Zahnfleischentzündungen.

Saft

Mit einer Kräuterpresse kann aus der Gundelrebe ein Kräutersaft gepresst werden. Bei Beschwerden dreimal täglich einen Esslöffel (Kinder einmal täglich einen Esslöffel) einnehmen.

Wer keine Kräuterpresse besitzt, kann das Kraut auch mit etwas Wasser im Smoothiemixer zerkleinern und gegebenenfalls noch durch ein Tuch seihen.

Tinktur

Die Tinktur kann aus dem Saft der Gundelrebe oder aus den fein geschnittenem Kraut hergestellt werden. Der Saft wird zur gleichen Menge mit hochprozentigem Alkohol vermischt oder das geschnittene Kraut mit dem Alkohol übergossen, so dass alles bedeckt ist.

Für drei Wochen ziehen lassen, dann abseihen und in eine dunkle Tropfflasche füllen.

Badezusatz

Bei schlecht heilenden, eitrigen Wunden oder Geschwüren kann auch ein Badezusatz mit helfen. Dazu wird eine Handvoll Kraut auf je ein Liter Wasser gegeben und aufgekocht. Für ein Vollbad empfehlen sich fünf Liter Gundermannbadezusatz.

Wunderblättchenöl

Eine Besonderheit ist das sogenannte Wunderblättchenöl. Es wird zum Einreiben schlecht heilender Wunden verwendet.

Für das Wunderblättchenöl benötigt man zwei große Hände voll frisches Gundermannkraut, diese in ein Schraubglas geben und wie Sauerkraut zusammenstampfen. Sind die Blättchen eng zusammengepresst, das verschlossene Glas für einige Tage an einen warmen und sonnigen Ort stellen. Am Boden des Glases bildet sich eine Flüssigkeit, diese wird abgeseiht und in einer dunklen Flasche kühl verwahrt. Das Öl wird im Hochsommer, am besten um Sonnenwende, hergestellt.

Wildkräuter-Frischkäse

Im März gibt es die ersten frischen Wildkräuter. Sie stecken voller Vitamine und Mineralstoffe und können uns über die Frühjahrsmüdigkeit hinweghelfen. Ich freue mich jedes Jahr sehr über das erste frische Grün und bereite mir neben Salaten und Kräutersuppe auch gern einen leckeren Frischkäse mit Wildkräutern zu.

Zu diesen ersten Frühlingskräutern gehören:

  • Scharbockskraut, welches viel Vitamin C enthält und außerdem blutreinigend wirkt
  • Gundermann, der uns durch den ganzen Winter begleitet hat, jetzt wieder kräftig austreibt und sehr aromatisch und würzig ist
  • Bärlauch mit seinen Bärenkräften, welcher eine starke Reinigungskraft auf Magen, Darm und Blut hat und zudem verdauungsanregend wirkt
  • Löwenzahn, welcher entwässert und neben Vitamin C auch Provitamin A enthält
  • Vogelmiere mit ihrer Fülle an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Magnesium und siebenmal mehr Eisen als Kopfsalat
  • Sauerampfer, der reichlich Vitamin C, Eisen und Carotin enthält und stärkend auf das Immunsystem wirkt
  • Schafgarbe, welche allgemein kräftigend und außerdem blutreinigend ist
  • Wiesenschaumkraut mit dem feinen Kressegeschmack, das auch das Blut reinigt und die Verdauung anregt
  • Gänseblümchen mit viel Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen und seiner aufheiternden und stärkenden Wirkung auf die Psyche

Genussrezept Kräuterfrischkäse

Der Wildkräuterfrischkäse ist wirklich köstlich, sogar Kinder lassen sich für diesen gesunden Brotaufstrich begeistern. Die Zubereitung ist zudem kinderleicht, so dass Kinder den Käse ebenso selbst zubereiten können, was natürlich noch mehr begeistert.

Du benötigst:

  • 200 g Frischkäse
  • 1 kleine Zwiebel
  • etwa 1 TL mildes Paprikagewürz
  • Frische Wildkräuter

Die Kräuter kannst du natürlich ganz nach deinem eigenen Geschmack und den Pflanzen in deiner Umgebung zusammenstellen und mischen. Hier aber eine mögliche Mischung als Inspiration:

  • 10 Scharbockskrautblätter
  • 5 Gundermannblätter
  • 3 Bärlauchblätter
  • 2 Löwenzahnblüten
  • eine Handvoll Vogelmiere
  • 5 Sauerampferblätter
  • 3 Schafgarbenblätter
  • 2 Esslöffel Wiesenschaumkraut
  • 10 Gänseblümchenköpfe
  • Salz und Pfeffer

So gehst du vor:

  1. Alle Kräuter bis auf die Gänseblümchenköpfe sehr fein hacken
  2. Zwiebel fein schneiden
  3. Zwiebel mit Paprikagewürz, Frischkäse und einem bis zwei Esslöffel Wasser gut verrühren
  4. Kräuter vorsichtig darunter mischen und nach Belieben mit Salz und Pfeffer abschmecken
  5. Mit Gänseblümchenköpfen verzieren
  6. Im Kühlschrank verwahren und innerhalb weniger Tage aufbrauchen
1 7 8 9